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Christian Horner: «F1 und Ferrari brauchen einander»

Von Mathias Brunner
​Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner (43) bringt das Ausstiegs-Gepolter von Ferrari-Chef Sergio Marchionne auf den Punkt: «Ferrari braucht die Formel 1. Und die Formel 1 braucht Ferrari.»

Die Reaktionen der Fans auf das Säbelgerassel von Ferrari-Chef Sergio Marchionne ist aufschlussreich. Der Spitzenmanager hatte gedroht, dass Ferrari die Formel 1 verlassen könnte, wenn die Rahmenbedingungen für den berühmtesten Rennstall der Welt seiner Meinung nach nicht mehr stimmen würden.

«Sollen sie doch», haben sich Fans in den sozialen Netzwerken trotzig zu Wort gemeldet, «kein Team ist grösser als der Sport.» – «Leeres Gerede», finden andere, «hier geht es doch nur um Machtspielchen.»

Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner kennt Ferrari seit vielen Jahren als Gegner auf den Formel-1-Pisten. Der 43jährige Engländer bringt bei den Kollegen der britischen Sky das ganze Ausstiegs-Gepolter von Marchionne auf den Punkt: «Ferrari kann es sich nicht leisten, aus der Formel 1 auszusteigen. Denn Ferrari braucht die Formel 1 genau so wie die Formel 1 Ferrari braucht.»

Horner muss ein wenig schmunzeln: «Sergio ist nie glücklich. Um genau zu sein, scheint er es zu geniessen, unglücklich zu sein. Es wäre jammerschade, wenn Ferrari den Sport verlassen würde. Denn der Sport und Ferrari gehen schon seit vielen Jahren Hand in Hand. Niemand hier will Ferrari verlieren.»

Sky-GP-Experte Martin Brundle wirft ein: «Ferrari ist für die Formel 1 ohne jeden Zweifel sehr wichtig. Aber es geht nicht, dass der Schwanz mit dem Hund wedelt. Wir haben grössere Probleme: Wir müssen die Kosten in den Griff bekommen, wir brauchen ein grösseres Startfeld, mit Autos, die ähnlich stark sind. Du kannst dabei nicht ein Reglement entwerfen, das Ferrari aus finanzieller oder sportlicher Sicht in den Kram passt. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Sergio Marchionne in seinem Lebenslauf den Makel haben will, dass er jener Mann war, der Ferrari aus der Formel 1 riss.»

Horner weiter: «Marchionne gibt vor, Ferrari brauche die Formel 1 nicht, aber welche andere Motorsportserie gibt denn Ferrari ein solch tolles Schaufenster wie die Formel 1? Da werden wir noch viel Aufplustern erleben, aber wenn es hart auf hart kommt, dann wird Ferrari bleiben.»

Horner relativiert den Unmut einiger Motorhersteller über die von Formula One Management (FOM) und dem Autoverband FIA vorgeschlagene Motorkonfiguration ab 2021. «Ich finde, die Sitzung verlief in warmherziger Stimmung. Niemand hat dort mit der Faust auf den Tisch gehauen.»

Vorgeschlagen ist: Die Hybridtechnik mit 1,6-Liter-V6-Turbomotoren bleibt, die ungeliebte MGU-H soll aber wegfallen, die am Turbo jeden halbwegs guten Sound abwürgt. Die Motoren sollen höher drehen, daher mehr Getöse machen und weniger teuer werden.
Christian Horner: «Ich persönlich wäre am liebsten zu einem tollen V10- oder V12-Saugmotor zurückgekehrt. Aber ich kann verstehen, dass die Machthaber einen Kompromiss versuchen. Sie wollen die Kosten eindämmen und die Motoren ungefähr gleich stark machen. Damit kann ich gut leben.»

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