Wolff: Kommt es im Titelkampf zu Senna-Prost-Moment?

Max Verstappen und Lewis Hamilton in Monza
Läuft in der Formel 1 alles auf einen finalen Crash hinaus? Knallt es beim Finale in Abu Dhabi erneut zwischen den beiden Titelkandidaten Max Verstappen und Lewis Hamilton?
Mercedes-Teamchef Toto Wolff schließt das nicht aus. Er hält das sogar für gut möglich. Vor dem 18. von 22 Saisonrennen am Wochenende in Mexiko trennen den WM-Führenden Verstappen und seinen Verfolger Hamilton nur zwölf Punkte. Es läuft also alles auf den großen Showdown auf dem Yas Marina Circuit hinaus.
«Wenn es zum Szenario kommt, dass sie im letzten Rennen in Abu Dhabi gegeneinander um den Titel fahren, wird derjenige, der vorne liegt, auf jeden Fall versuchen, dasselbe zu tun wie in den Senna-Prost-Jahren», sagte Wolff der «Daily Mail».
1989 waren Ayrton Senna und Alain Prost Teamkollegen bei McLaren und kollidierten beim vorletzten Rennen in Japan. Prost schied aus, holte aber vorzeitig den Titel, weil Senna als Sieger disqualifiziert wurde. Ein Jahr später krachte es zwischen beiden an gleicher Stelle erneut, diesmal mit dem besseren Ende für Senna, der im McLaren gegen Ferrari-Pilot Prost seinen zweiten Titel gewann.
Verstappen und Hamilton sind auf einem guten Weg, der Rivalität der beiden Formel-1-Legenden nachzueifern. Die Intensität ist bereits auf einem ähnlichen Niveau, der Crash-Faktor auch.
Zwei Mal hat es zwischen Red-Bull-Mann Verstappen und Mercedes-Superstar Hamilton in dieser Saison bereits geknallt. Beim Highspeed-Crash in Silverstone schied Verstappen aus, Hamilton siegte. In Monza mussten beide nach einer Kollision aufgeben.
«Was ist in Monza passiert? Verstappen hat Lewis ausgeschaltet, weil er überholen wollte und er schneller war. Und das ist völlig verständlich», sagte Wolff.
Und weiter: «Wenn du um den Titel fährst und siehst, dass er dir entgleitet, weil der andere dich überholt, was hast du dann für ein anderes Werkzeug als das, das sicherstellt, dass er nicht überholen kann? Wir haben es bei Schumacher und Villeneuve gesehen, wir haben es bei Senna und Prost zwei Mal gesehen.»
1997 hatte Michael Schumacher seinen Rivalen Jacques Villeneuve in Jerez von der Strecke schieben wollen, schied bei dem Versuch aber selbst aus.
Wolff stellt klar, dass er nie die Anweisung geben würde, mit jemandem zu crashen, «aber wenn sie in das letzte Rennen gehen und derjenige, der vorne liegt, die Meisterschaft gewinnt, werden sie gegeneinander fahren, und zwar hart. Und ich glaube nicht, dass man das kontrollieren kann», sagte Wolff. Der Österreicher will das auch gar nicht, «denn sie sind die Gladiatoren in ihren Maschinen».