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Stehen die Zweitakter vor dem Aus?

Kolumne von Thoralf Abgarjan
Die Zweitakter wurden in Pietramurata von der Realität eingeholt. In den Finalläufen der EMX-250 stand kein einziges 250ccm-Zweitakt-Motorrad. Trotz Reglementsänderung vertrauen alle Spitzenfahrer auf den Viertakter.

Mit Spannung wurde der erste Lauf der EMX-250-Europameisterschaftsrunde in Trentino erwartet, denn in dieser Klasse fällt ab dieser Saison das Hubraumprivileg der Viertakter.

Das Reglement ermöglicht die Teilnahme von Motorrädern mit einem einheitlich geltendem Hubraum-Limit von 250ccm - unabhängig vom Motorenkonzept.

Damit könnten die Zweitakter wieder konkurrenzfähig und damit wieder im Rennen sein, hofften viele Fans.

Die Zweitakter sind Geschichte, meinen die Anderen. Die Aufhebung des Hubraumprivilegs bringt nichts, weil die Entwicklung der Viertakt-Technologie inzwischen zu weit fortgeschritten sei und der Zug damit längst abgefahren ist. Außerdem sind durch die Bauform (Überströmkanäle) grundsätzliche Limits in Sachen Kurzhubigkeit gegeben, die der Viertakter nicht hat.

Soweit die Theorie. Entschieden wird auf dem Platz.

Tatsache ist: In Pietramurata schob nur ein einziger Teilnehmer einen 250er Zweitakter zur Maschinenabnahme: Lewis Gregory aus Großbritannien mit einer Zweitakt-Yamaha. Die Qualifikation überstand er jedoch nicht. Somit blieb dann am Ende trotz Reglementsänderung doch wieder alles beim Alten: Am Start beider Wertungsläufe der EMX-250 standen ausschließlich Viertakter.

In Führung gegangen ist übrigens der Italiener Simone Furlotti auf der Viertakt-Yamaha vor Morgan Lesiardo und Miro Sihvonen, beide auf der Viertakt KTM.

Yamaha und KTM haben (neben Husqvarna und TM) noch Zweitakter im Programm.

«Wir müssen die Reglementsänderung besser kommunizieren», meint der Präsident von FIM Europe, Dr. Wolfgang Srb in Trentino gegenüber SPEEDWEEK.com. «Die Teams und die Fahrer brauchen einfach mehr Vorlaufzeit, um eine solche Veränderung in die Tat umzusetzen.»

Die deutschen Teilnehmer Mike Stender (Suzuki) und Tom Koch (KTM) verfehlten die Qualifikation wegen unverschuldeter Transponderprobleme im Zeittraining. «Die Zeiten wurden im Verlaufe des Trainings nicht besser, weil der Transponder defekt war», ärgert sich 'Castrol-Power 1 Suzuki Moto Base' - Teamchef Michael Peters.

Stender musste in den Hoffnungslauf, wurde von einem anderen Fahrer von der Strecke gedrückt und stürzte. Von Platz 37 fuhr der Holsteiner bis auf Rang 13 vor, was für die Qualifikation nicht reichte.

Die EMX-250 ist in diesem Jahr sehr stark besetzt. Es starten einige Ex-WM-Piloten: Der Brite Mel Pocock, der 2015 eine schwere Handverletzung erlitten hatte, der Holländer Nick Kouwenberg, Filippo Zonta, Stephen Rubini, Luca Nijenhuis und Jens Gettemen.

Die Piloten des deutschen Pfeil-Kawasaki-Teams, Gettemen und Nijenhuis, hatten in Trentino wenig Glück: Beide Piloten wurden in einen Massencrash zu Beginn des zweiten Laufes verwickelt und erreichten die Punkteränge mit demolierten Bikes nicht. Der belgische ADAC-MX-Masters-Leader Jens Gettemen konnte im ersten Lauf nach einer Aufholjagd von Platz 20 auf Rang 6 nach vorn fahren.


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