Sponsoring-Skandal: Roczen-Förderer verurteilt

Teka machte sich in der Motocross-WM einen guten Namen
Der frühere Teka-Chef ist wegen Veruntreuung von Firmengeld zu einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung und 16.500 € Geldstrafe verurteilt worden. Teka agierte bis 2010 als Hauptsponsor des Suzuki-Werksteams und wechselte später zum KTM-Werksteam. Außerdem engagierte sich Teka als Sponsor in der Motocross-WM (Teka-Bridge, Werbebanner usw.).
Im Februar 2011 wurden der Geschäftsführer Markus Bau und der Personalleiter von Teka wegen ihrer Sponsoring-Aktivitäten fristlos entlassen. Der inzwischen 58-jährige frühere Geschäftsführer war selbst begeisterter Motocrossfahrer. Er unterstützte insbesondere auch Ken Roczen. Als Roczen von Suzuki zu KTM wechselte, nahm er Teka als Sponsor mit.
Die Staatsanwaltschaft Frankfurt, Schwerpunkt Wirtschaftskriminalität, hatte gegen die beiden Ex-Teka-Vorstände wegen Untreue, Betrug, Steuerhinterziehung, Bestechung und Bestechlichkeit ermittelt.
Wie das Internetportal mittelhessen.de berichtet, deckelte die Teka-Konzernzentrale das jährliche Sponsoring-Budget auf 200.000 € im ersten Jahr und danach auf 300.000 €. Bau habe sich über diese Vorgaben hinweggesetzt und das Budget in den Jahren 2010 und 2011 um insgesamt mindestens 617.000 € überzogen. Das Amtsgericht Dillenburg erklärte zur Begründung: «Durch die Zahlungen der Firmen der Teka-Gruppe haben Sie sich eigene private Aufwendungen zur Ermöglichung Ihres privaten Hobbys erspart.»
Fragen wirft die weitere Begründung auf, denn das Gericht stellte fest, dass Teka «keinen Bezug zu Produkten im Motorsport habe und ein Gegenwert durch eine Werbewirkung aufgrund der fehlenden Medienpräsenz auch nicht erreicht werden könne». Ein gewagter Vorwurf. Man stelle sich nur vor, den Zusammenhang zwischen Telekommunikation (z.B. T-Online) und Fußball (Bayern München) von einem Gericht entscheiden zu lassen! Wer akquiriert welche Kunden wo? Ist das Sache eines Gerichts? Teka ist übrigens ein multinationaler Konzern für Küchenkomponenten, was inzwischen alle Motocross-Interessierten wissen.
Tatsache ist: Markus Bau hat eine bis dahin völlig unbekannte Firma in der Motocross-Szene international bekannt gemacht. Teka war jahrelang auf den Rennstrecken der Welt omnipräsent - auch in den USA, in Asien und Südamerika. Tatsache ist auch, dass diese Sponsoring-Aktivitäten den Sport maßgeblich unterstützt und gefördert haben. Das Jahrhundert-Talent Ken Roczen wurde mit Unterstützung von Teka mit aufgebaut.
Das Amtsgericht Dillenburg hat nun gegen den 58-jährigen ehemaligen Geschäftsführer einen Strafbefehl wegen Untreue in einem besonders schweren Fall verhängt. Er ist bereits rechtskräftig. Das Gericht hat ihn zu einer elfmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 330 Tagessätzen zu jeweils 50 Euro pro Tag verurteilt, also insgesamt 16.500 €.
Der zweite Betroffene, der frühere Teka-Personalleiter, wurde von der Staatsanwaltschaft nicht angeklagt, nachdem er 10.000 € Schadenswiedergutmachung und je 5.000 € an zwei gemeinnützige Einrichtungen gezahlt hatte.