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Jännerrallye: Favoritensieg mit WM-Fahrer Fourmaux

Von Toni Hoffmann
Zum ersten Mal in ihrer 36-jährigen Geschichte gab es bei der LKW FRIENDS on the road Jännerrallye powered by Wimberger einen französischen Sieger / Der WM-Pilot ließ Simon Wagner und Hermann Neubauer hinter sich.

Fast schon standesgemäß begann das Motorsportjahr in Österreich mit der 36. Auflage der LKW  FRIENDS on the road Jännerrallye, powered by Wimberger mit Start und Ziel in Freistadt. Nach der pandemiebedingten zweijährigen Pause wurde dieses Event von der Jännerrallye Freistadt gGmbH und dem Rallyeclub Mühlviertel gemeinsam organisiert und auch durchgeführt.

C’est fit – es ist vollbracht. Die Jännerrallye hat in ihrer 36-jährigen Geschichte den ersten französischen Sieger. Mit dem 27 Jahre jungen alten Adrien Fourmaux, der seit 2020 für M-Sport in der Weltmeisterschaft fährt, gewann jener Mann, der die Pace vorgab und ab der zweiten Sonderprüfung die Führung nie mehr hergegeben hat. 3,6 Sekunden war der knappste Abstand, auf den der Franzose einen Gegner (Simon Wagner nach SP 2) an sich herangelassen hat. Ansonsten hatte er praktisch 170 Wertungskilometer lang auf jeden Angriff die passende Antwort parat. Wie auf Schienen zog er seinen vom österreichischen ZM Racing Team betreuten Ford Fiesta Rally2 durch die anspruchsvollen Prüfungen rund um Freistadt. Und wurde dabei von Tausenden fairen Fans, die bei vor allem am letzten Tag fast frühlingshaften Bedingungen die Zuschauerzonen an den Rand des Berstens brachten, frenetisch bejubelt.

 

Adrien Fourmaux: «Das war eine sehr schwierige Rallye auf internationalem Topniveau. Simon hat mir nicht viel Luft gelassen, aber das war auch gut so. Damit wurde es zu einem sehr gelungenen Test für die kommende WM-Rallye in Monte.»

Der österreichische Staatsmeister Simon Wagner kristallisierte sich mit seinem Skoda Fabia RS alsbald als Einziger heraus, der den Berufs-Rallyefahrer zumindest leicht irritieren konnte. Aus der Fassung bringen konnte er ihn freilich nicht, was der spätere Zweitplatzierte auch neidlos zur Kenntnis nahm.  «Ich bin mit dem zweiten Platz hier hochzufrieden. Nur neun Sekunden Rückstand auf einen Werksfahrer ist für mich ein Super-Ergebnis. Genauso super wie diese Veranstaltung hier war. Vor so vielen Zuschauern bin ich in Österreich noch nie gefahren. Das war ein großartiges Erlebnis.»

Zumindest nach außen hin zufrieden wirkte auch der Drittplatzierte Hermann Neubauer. Wer ihn kennt, weiß aber, dass ihm im Endeffekt über eine Minute Rückstand auf den Sieger nicht unbedingt schmecken. Dabei begann es toll für den von Ford zu Skoda gewechselten Salzburger. Erste Prüfung und gleich Bestzeit ließen da schon auf einiges hoffen. «Der Umstieg auf ein neues Auto war dann aber doch schwieriger als ich das erwartet habe», meinte Neubauer. «Aber ich muss auch sagen, dass die beiden da vorne wirklich ein irres Tempo gegangen sind.  Die Saison ist noch lang, ich komme zurück.»

Ein nervenaufreibendes Auf und Ab gab es im Kampf um den Platz hinter den drei Topfavoriten, die letztendlich auch vorne waren. Hierbei mischte von Anfang an das Skoda-Trio Michael Lengauer, Martin Rossgatterer und Johannes Keferböck mit. Was folgte war ein Wechselspiel der jeweiligen Platzierungen. Vor allem Michael Lengauer zog mit beherztem Fahrstil die Aufmerksamkeit auf sich. Als gerade er, der zum allerersten Mal in einem Skoda der stärksten Kategorie saß, in Unterweißenbach die gesamte Elite hinter sich lassen und die SP gewinnen konnte, zogen sogar die Experten zu Recht ihren imaginären Hut. Als sich Johannes Keferböck durch einen Ausrutscher aus dem Bewerb schleuderte, blieb es beim Duell Roßgatterer – Lengauer, das sich erst zugunsten Lengauers entschied als Roßgatterer durch einen Reifenschaden gezwungen war, während der Prüfung zu wechseln, was ihn um zweieinhalb Minuten zurückwarf. Michael Lengauer: «Das war ein unfassbares Erlebnis für unser ganzes Team. Diese Euphorie, die von den Zuschauern zu uns ´heerübergeschwappt ist, das ist einfach unbeschreiblich.» Mit dem vierten Platz in der Gesamtwertung sicherte sich Lengauer auch den Sieg in der eigens ausgetragenen Mühlviertel-Wertung.

Genossen hat die Jännerrallye auch Raimund Baumschlager im brandneuen Skoda Fabia RS Rally2. Mit dem fünften Platz war der Rekord-Staatsmeister ebenso zufrieden wie mit der Veranstaltung als solches. «Meine Vorstellungen sind voll erfüllt. Ich bin ohne Druck in die Rallye gegangen und habe wichtige Erkenntnisse über das neue Auto im Rennbetrieb gewinnen können. Den Organisatoren dieser fantastischen Rallye kann ich nur gratulieren.»

2WD-Staatsmeisterschaft

Nicht so spannend wie die Eliteklasse war die Jännerrallye bei den zweirad-getriebenen Fahrzeugen. Wenngleich auch dieser ein Klassemann hinter dem Steuer seinen Stempel aufdrückte. Luca Waldherr gewann im Opel Corsa Rally4 alle 17 Sonderprüfungen, räumte somit punktemäßig voll ab und war glücklich: «Das war meine erste Jännerrallye überhaupt, und es war grandios. Ich bin mit großem Respekt hierhergekommen, und muss sagen, diese Veranstaltung hat jeden Respekt auch verdient.»

 

 

Stand nach 17 Prüfungen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Zeit/Diff.

1

Fourmaux/Coria (F), Ford

1:41:09,8

2

S. Wagner/Winter (A), Skoda

+ 9,7

3

Neubauer/Mayrhofer (A), Skoda

+ 1:17,9

4

Lengauer/Thauerböck (A), Skoda

+ 2:01,5

5

J. Wagner/Ostlender (A/D), Skoda

+ 2:59,2

6

J. Wagner/Ostlender (A/D), Skoda

+ 3:51,8

7

Roßgatterer/Heigl (A), Skoda

+ 5:54,7

8

Rosenberg/Schwarz (A), VW

+ 6:40,2

9

Fischerlehner/Schmidt (A), Ford

+ 7:47,1

10

Haneder/Ahorner (A), Skoda

+ 8:30,.4

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